Die Rückkehr der Klappfenster


 
Mit einem neuen zweisitzigen Stadtstromer zu Preisen ab 6.900 EUR stößt Citroën 100% elektrisch in eine Marktlücke vor und zitiert mit Klappfenstern und der Bezeichnung Ami auch die Historie der Marke.
 
Von Jan Eggermann, Bilder: Citroën
 
Mit diesem Kleinstwagen könnte Citroën erfolgreich in eine Marktlücke vorstoßen, die in den vergangenen Jahren durch die Smartphone-Generationen entstanden ist. Früher hatte praktisch jeder mit achtzehn Jahren einen Führerschein, doch in den letzten Jahren ist das kein Automatismus mehr. Für die Automobilindustrie ist das eine schwere Zukunftshypothek. Vor allem in Ballungsgebieten gilt das Automobil nicht mehr als Statussymbol oder prädestiniertes Fortbewegungsmittel. Mit dem Citroën Ami könnte sich das nun wieder ändern, denn der kleine, zweisitzige Stromer – am Prototyp steht Citroën ami 100% electric – tritt mit einer (anfänglichen) Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h und einer Reichweite von 70 Kilometern in direkte Konkurrenz zu den immer beliebter werdenden, allerdings auch für ihre Unsicherheit bekannten Elektroscootern. Als zweisitziges Automobil steht der Ami selbstverständlich auf vier Rädern und ist allein dadurch bereits mit einem Sicherheitsvorsprung ausgestattet, den Zweiräder nicht bieten können. In seiner Grundkonfiguration und mit einem Preis von durchaus als preiswert zu bezeichnenden 6.900 EUR zielt er genau auf die beschriebene Marktlücke ab. Citroën hält den neuen Ami für eine „ideale urbane Mobilitätslösung“, die „von jedem, der mindestens 16 Jahre alt ist und über den Führerschein der Klasse AM verfügt“, gefahren werden kann.
 

 
Während der Name des neuen Citroën von der legendären letzten Schöpfung des Designers Flaminio Bertoni adaptiert ist, erinnert die äußere Hülle (Länge: 2,41 Meter, Breite: 1,39 Meter, Höhe: 1,52 Meter) an die letztjährig vorgestellte Studie AMI ONE, ohne allerdings deren ausgewogene und durchaus interessante Schlichtheit zu erreichen. Im Innenraum setzt sich dieser Eindruck leider fort und es wird abzuwarten sein, wie die Serienmodelle letztlich in Natura aussehen. Überraschend findet sich mit den Klappfenstern auch ein Detail aus 2CV-Zeiten am neuen Gefährt. Mit einem Erfolg des neuen Zweisitzers ist trotzdem zu rechnen, zumal das Fahrzeug natürlich auch individualisierbar ist, es soll auch eine leistungsstärke Variante für „echte“ Führerscheinbesitzer geben, ebenfalls war von einer Variante mit offenem Dach zu hören. Zum Vertrieb in Frankreich hat sich Citroën bereits mit der bekannten überregionalen Möbelhauskette DARTY zusammen getan, außerdem werden sehr attraktive Leasing- und Sharing-Modelle angeboten, die sich an gängigen Mobilfunktarifen orientieren. Ein Marktstart in Deutschland soll ebenfalls absehbar sein.
 

 
„Durch keine lokalen CO2-Emissionen bietet der Ami zukünftig Zugang zu allen Stadtzentren und dabei leisen, komfortablen Fahrbetrieb,“ meint Citroën. Fehlt also nur noch ein Gang zum nächsten Citroën-Händler und die Steckdose an der Hauswand, denn das entsprechende Verlängerungskabel mit Schuko-Stecker bringt der Citroën Ami bereits mit. Na dann …
 

 

 
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Mit einem neuen zweisitzigen Stadtstromer stößt Citroën in eine Marktlücke vor und zitiert mit Klappfenstern und der Bezeichnung Ami auch die Historie der Marke.

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