Das war die Citroën-Party auf Maurik

Nur eine Woche nach dem 2CV-Deutschlandtreffen von Dinslaken startete die internationale Gemeinschaft der Citroënisten auf der Rheininsel Maurik in das hundertste Citroën-Jubiläumsjahr. Willkommen auf dem kleinen Welttreffen waren alle Fahrzeuge mit Doppelwinkel.
 
Von Jan Eggermann, garage2cv.de
 
Citroënisten aus den Niederlanden wollten nicht bis zum großen und offiziellen Citroëntreffen im August 2019 in Clermont Ferrand warten und starten deshalb exakt ein Jahr vorher ins Citroën-Geburtstagsjahr: Am 10. August 2018 begann auf der Insel Maurik inmitten des gelderländischen Niederrheins unweit von Arnheim 99/100 jaar Citroën. Schon am Vortag trafen etliche Citroënisten aus den Niederlanden, Deutschland, Frankreich und Italien ein, die sich bereits stilecht bei Sylvia im alten Firmenfarben lackierten Begrüßungs-Citroën anmelden konnten. Überhaupt war alles reibungslos und mit viel Liebe zum Detail organisiert worden. Daneben stand auf der großen Rheininsel die touristische Infrastruktur in Form eines Freizeitparks zur Verfügung, auf einigen Freiflächen wurden Typen-spezifische Ausstellungen eingerichtet, so gab es eine Zweizylinder-Insel oder ein Citroën-H-Camp, ein Höhepunkt war zweifelsohne ein zum Boot umgebauter CX-Break mit Straßenzulassung, der nach festem Fahrplan Touren um die Inseln fuhr.
 

 
Maurik liegt nur etwa 40 Kilometer westlich des ICCCR 2016 in Rheden entfernt. Entenliebhaber kennen die Örtlichkeit als Eendendam, denn so hieß die Insel während des 12. Weltententreffens 1997. Eingeladen waren dieses Mal aber nicht nur A-Modelle sondern ausnahmslos alle Fahrzeuge von Citroën. Schon am Donnerstagabend waren neben vielen 2CV und Ami 6 auch moderne Vertreter der Marke wie Pluriel, C4 Cactus, C5 oder C6 zu sehen, daneben Veteranen aus den ganz frühen Baujahren. Alleine 150 Traction Avant hatten sich vorab bereits kollektiv zum Familienfest angemeldet. Um an der internationalen Geburtstagsfeier teilzunehmen, hatte ein deutscher Teilnehmer sogar eine gemütliche Zwei-Tages-Tour zurückgelegt: Stilecht in seinem Citroën „Belphegor“-Lkw, die allerletzte Schöpfung des berühmten Künstlers und Designers Flaminio Bertoni. Der größte Teil der Teilnehmer stammte aus den Niederlanden, daneben waren Nummernschilder aus Spanien, Italien, Frankreich, Belgien und Polen, aus der Schweiz, Luxemburg und Deutschland zu sehen.
 

 
Neben einigen Citroën-Neufahrzeugen eines örtlichen Markenhändlers – er stellte auch einen Typ H aus dem heraus die Treffenwährung verkauft wurde – und vielen Fahrzeug- und Teilehändlern war auch BUCH & MOTOR mit lesenswerter Citroën-Literatur anwesend. Außerdem stellte die bekannte niederländische Zeitschrift Citroexpert ihre neuesten Publikationen vor, auch Citrovisie war zu sehen. Im selben Zelt auch die Organisatoren des kommenden 100-Jahre-Citroën-Treffens in La Ferté-Vidame, die sich natürlich regen Zuspruchs erfreuen konnten.
 

 
Während es bei den vielen Besucherinnen und Besuchern zufriedene Gesichter gab, hatte die Organisation einige außergewöhnliche Belastungsproben zu bestehen, angefangen beim teilweise widrigen Wetter nach dreiwöchigem Hoch mit tropischen Temperaturen. Schwerer wogen allerdings zwei im Vorfeld gemachte Hürden: Ausgerechnet auf dieses seit zwei Jahren fest terminierte Wochenende war vor ein paar Monaten die vom Anbieter Citroparts unterstützte Veranstaltung Les 70 ans de la 2CV gelegt worden. Und so blieben – obwohl der Campingplatz von Maurik bereits am Freitag komplett besetzt war – die Besucherzahlen hinter den Erwartungen zurück. Auch der neue Gemeindeverbund Buren ließ von sich hören: Die Beamten untersagten das bereits aufgebaute und aus Rheden bekannte große Ausstellungszelt noch kurz vor dem Treffen. Dem Verwaltungshandeln zum Opfer fiel eine geplante Fahrzeugausstellung und etliche Händler mussten in kleinere Zelte ausweichen. Doch das Organisationsteam ließ sich nicht beirren und machte aus 99/100 Jaar Citroën trotzdem eine gelungene Veranstaltung, die leider aufgrund der geschilderten Widrigkeiten mit einem satten Minus endete.
 

 
Einen traurigen Schlußpunkt setzte dann ein Teilnehmer wohl am späten Sonntagnachmittag, als er den zur Beschilderung dienenden Traction-Avant-Kühlergrill entwendete. Das historische Bauteil hing jahrzehntelang in der Garage von Mitorganisator Peter Pronkhorst und war ein Erbstück seines Vaters. Eine vergrößerte Abbildung des Kühlergrills findet sich am Ende dieses Artikels. Hinweise die zur Wiederauffindung führen bitte an Garage 2CV oder die Organisatoren von 99/100 Jaar Citroën schicken. Der „Finder“ erhält einen Büchergutschein in Höhe von 100 EUR zum Einkauf bei BUCH & MOTOR.
 
Nachtrag: Citroënistin Lis Besselink hat ein Crowdfounding 99/100 Jaar Citroën eingerichtet, um den hohen Verlust der Veranstaltung – die Rede ist von 25 – 30.000 EURO – der bislang von den drei Hauptorganisatoren persönlich getragen werden muss, abzumildern. Bitte beteiligen Sie sich !
 








 
Weitere Informationen:  
https://www.facebook.com/honderdjaarcitroen/
 
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