GM/PSA Peugeot Citroën: Vertrag unterzeichnet

Am 20.12.2012 gaben GM und PSA Peugeot Citroën die Unterzeichnung ihres angekündigten Kooperationsvertrages bekannt.

Am 20.12.2012 gaben GM und PSA Peugeot Citroën die Unterzeichnung des bereits im Februar angekündigten Kooperationsvertrages bekannt.

PSA Peugeot Citroën (PSA) und General Motors (GM) haben mit Datum vom heutigen Tage die Unterzeichnung eines Vertrages zur weltweiten strategischen Zusammenarbeit bekanntgegeben. Damit wird die bereits am 29. Februar 2012 veröffentlichte Vereinbarung beider Unternehmen auch offiziell vertraglich bestätigt.

Seitens GM bezieht sich die Kooperationsvereinbarung auf die Konzernmarken Opel und Vauxhall (und damit den europäischen Markt), bei PSA auf Peugeot und Citroën.

Die ersten jetzt vertraglich konkretisierten Projekte sehen die gemeinsame Entwicklung unterschiedlicher Fahrzeug-Plattformen vor. Der Vertrag beinhaltet die Entwicklung eines neuen Monospace im Segment C für Opel/Vauxhall und eines CUV für das C-Segment bei Peugeot, desweiteren die Entwicklung eines Monospace im Segment B und die Entwicklung einer modernisierten und verbrauchsoptimierten Plattform für das Segment B für den europäischen Markt, als auch für die restlichen Märkte. Weitere gemeinsame Fahrzeugentwicklungen sollen folgen und werden gesondert bekanntgegeben.

Die Vermarktung erster in Kooperation entwickelter Fahrzeuge ist für 2016 vorgesehen. Dabei sollen sämtliche Modelle – sowohl bei Opel/Vauxhall, als auch bei PSA Peugeot Citroën – ihre jeweilige Markenidentität behalten. Um Kosten beim Einkauf zum beiderseitigen Nutzen zu senken, streben beide Konzerne die Gründung einer gemeinsamen Tochter an.

Beide Partner haben ihre Absicht erklärt, zukünftig weitere Projekte gemeinsam zu entwickeln, so eine neue Generation kleiner Benzinmotoren, die – basierend auf der bisherigen PSA-Motorfamilie EB – bessere Leistungen und geringeren Verbrauch erzielen soll.

Ausdrücklich ist von weiteren zukünftigen Fahrzeug- und Industrieprojekten die Rede, die für den südamerikanischen und andere Wachstumsmärkte vorgesehen sind. Vor allem in Südamerika ist PSA Peugeot Citroën seit einigen Jahren erfolgreich vertreten, im brasilianischen Porto Real betreibt das Unternehmen seit 2001 einen Produktionsstandort. Erst im Oktober hatte PSA Investitionen in das dortige Werk in Höhe von 1,25 Milliarden Euro bis 2015 angekündigt, 700 neue Arbeitsplätze sollen entstehen.

Welche Auswirkungen die vertraglich vereinbarte Allianz auf einzelne (europäische) Produkionsstandorte haben könnte, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht absehbar und wird von der weiteren Entwicklung des Automobilmarktes abhängen. Erst im Laufe diesen Jahres hatte PSA Peugeot Citroën die Schließung des Standortes Aulnay-sous-bois, GM die Aufgabe der Fahrzeugproduktion in Bochum bekanntgegeben.

Unterdessen wurde bekannt, dass der PSA-Konzern von seinen Gläubigerbanken 11,5 Milliarden Euro zur Refinanzierung erhalten wird. Den Abschluss eines entsprechenden Vertrages teilte PSA-Finanzvorstand Jean-Baptiste de Chatillon heute in Paris der Nachrichtenagentur Bloomberg mit. Bereits im Oktober hatte der Konzern französische Staatsgarantien in Höhe von 7 Milliarden Euro erhalten, nachdem im ersten Halbjahr ein Verlust von 809 Millionen Euro entstanden war (nach einem Gewinn von 806 Millionen Euro im Vorjahr). Neben der bereits erwähnten Werksschließung und einem angekündigten Stellenabbau in Frankreich hatte sich der Konzern im Laufe des Jahres bereits von seiner Logistiksparte Gefco getrennt und mehrere Immobilien in Paris im Wege des Sale-and-lease-back kapitalisiert.

Von Jan Eggermann

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