Eine Citroclassica in Essen 2019

Techno Classica 2019 wird zur Citroclassica - Garage 2CV berichtet von der Citroën-StrasseAuf der diesjährigen Techno Classica in Essen sahen 190.000 Besucher etliche Klassiker der Marke Citroën, darunter einen einhundert Jahre alten Typ A, sowie ein seltenes C6 Cabriolet aus der einstigen Kölner Produktion des Traditionsherstellers. Selbst der unvergessene Fantomas mit seiner flugfähigen DS war zeitweise auf der Citroën Strasse zu sehen …
 
Von Jan Eggermann, Bilder: Garage 2CV
 
Europas größte Oldtimermesse Techno Classica ist auch in diesem Jahr ganz die alte geblieben. Und doch sah man sie vom 10. bis 14. April 2019 gewissermaßen in neuen Kleidern. Erstmals waren neue, moderne Messehallen vollständig in Betrieb, die die alten Doppeletagen ersetzen. Dadurch haben sich die Wege innerhalb der Messe verändert, langjährige Besucher mussten sich umorientieren. Das Epizentrum für Liebhaber französischer Fahrzeuge – die traditionelle Citroën Strasse – hatte in diesem Jahr in direkter Nachbarschaft zur Präsenz der BMW-Group und in Sichtweite zu Peugeot in Halle 6 einen neuen Platz gefunden. Weil Citroën keinen eigenen Stand gebucht hatte, fiel es den Citroën-Clubs zu, die Marke im einhundertjährigen Jubiläumsjahr auf ihrer Citroën Strasse zu repräsentieren.
 

 
Auf stattlichen 900 Quadratmetern und mit Unterstützung der Citroën Deutschland präsentierten die Citroënisten einen repräsentativen Querschnitt durch die Modellgeschichte der letzten einhundert Jahre, eine echte Citroclassica! Ein sehr schön restaurierter Type A des Baujahres 1919 war zu sehen, daneben das offizielle Jubiläumssignet 100 ans – Origins since 1919. Dass das nebenan stehende C6 Cabriolet tatsächlich aus deutscher Produktion stammte, wussten allerdings die wenigsten Besucher. Citroën-Historiker Immo Mikloweit wies deshalb des öfteren auf das am Kühler befindliche Label Citroën Köln hin, wie es bei der Poller Produktion von 1928 bis 1931 verwendet wurde. Im Hintergrund sichtbar das bekannteste Vorkriegsmodell der Marke – ein 7CV – in Anspielung auf Designer Flaminio Bertoni und publikumswirksam erhöht auf der Ladefläche eines Citroën 350 platziert. Der Traction Avant war Bertonis erstes, der Lastwagen das letzte von ihm für Citroën gezeichnete Fahrzeug. Großes Interesse riefen auch die zusammen präsentierten „Charleston“ 2CV und C3 Pluriel hervor. Bei letzterem wurde oft die Funktion des Daches gezeigt. Und wenn sich der Wagen noch im Citroën-Programm befinden würde: Hier auf der Techno Classica hätte man sicherlich eine ganze Menge Pluriels verkaufen können.
 

 
Ebenfalls zu sehen ein gelber GS Break in einmaligem Zustand, ein seltener Ami 8 Service sowie ein Citroën CX. Leider nicht nach Essen geschafft hatte es krankheitsbedingt deren damaliger Zeichner Robert Opron, der einst von Flaminio Bertoni zu Citroën geholt worden war. Apropos Zeichner: Aus Frankreich war Comickünstler Olivier Marin angereist, der drei Tage lang seine Comics im Stil der Ligne Claire signierte und damit vielen Menschen eine große Freude bereitete. Mit dabei auch der neueste Band Grosse und kleine Käfer in der Reihe Margots Reportagen.
 

 
Absoluter Hingucker der Citroën Strasse war in diesem Jahr die herrliche Replika des fliegenden Autos des Fantomas, der einst als von Jean Marais dargestellter Filmbösewicht Louis de Funes das Leben schwer machte. Im Stundentakt schlüpfte ein Mitglied des DS Club Deutschland unter die stilechte Maske des Fantomas. Er gehörte wahrscheinlich zu den am meisten fotografierten Personen auf dieser Messe. Abgesehen vielleicht von Günter Jauch und Herbert Grönemeyer, die am ersten Messetag zeitweise auf der Citroën Strasse zu sehen waren. Grönemeyer besaß in den Achtzigern selbst einen Citroën CX.
 

 
Auch in den anderen Hallen sah man einige interessante Aspekte des Doppelwinkels: Am Stand der Fahrzeugakademie bekam man anhand eines herrlich patinierten Citroën 2CV A gezeigt, wie man den Charakter eines Fahrzeuges dauerhaft erhalten kann. Und ein rares Traction Avant-Cabriolet diente als „Just-in-time“-Restaurationsbasis. Draußen auf den Freiflächen ebenfalls etliche Citroën-Fahrzeuge. Angefangen vom 2CV6 bis zu einem Citroën DS Chapron-Cabriolet, angeboten für weit jenseits der 100.000 EURO. Wobei auch dieser stattliche Preis nichts im Vergleich zu den bei Sotheby’s erzielten Summen ist. Dort wechselte ein Mercedes-Benz 540 K Cabriolet A von 1937 für 2,25 Millionen Euro den Eigentümer. Insgesamt erzielte das Londoner Auktionshaus in Halle 1A einen Gesamtumsatz von 18,7 Millionen Euro. Wenig beeindruckt davon war man allerdings in der unweit gelegenen und sehr liebevoll ausgestatteten Hafenkneipe Zur letzten Hoffnung der Oldtimer Freunde Dortmund. Sie gewann den Preis für den schönsten Clubstand. Internationale Investoren treffen auf ganz normale Oldtimerfans aus dem Ruhrgebiet. Wo gibt es eigentlich eine solche Mischung außerhalb der Essener Techno Classica ? Wir freuen uns auf die nächste Ausgabe im März 2020.
 




 
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