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1981: Neuanfang nach zwei Jahren
"Die Schönheit - VISA II" Werbung von 1981
Ganz im Gegensatz zur bisherigen Firmenphilosophie, fast schon stoisch an einmal
vorgestellten Modellen festzuhalten, zieht Citroën beim VISA schon im März 1981 die
Notbremse und stellt eine äußerlich überarbeitete zweite Bauserie vor.
Im hauseigenen "Double-Chevron" läßt man verlauten, dass das Aussehen des VISA
nunmehr den Wünschen der Kunden entspräche.
Tatsächlich hat man es geschafft, mit eigentlich für sich genommen kleinen
Detailänderungen, ein völlig neues Erscheinungsbild des Autos zu kreieren. Vor allem
im Frontbereich ist durch eine Neugestaltung der Stoßstange in Verbindung mit dem
modifizierten Kühlergrill für einen neuen Auftritt gesorgt.
Auch im Heckbereich bleibt man nicht untätig: Die vormals in die Stoßstange integrierten
Rück- und Nebelschlußleuchten verschwinden zu Gunsten neuer Monobloc-Rücklichter,
was auch noch Produktionskosten senken hilft.
Kleine Retuschen - völlig anderer Auftritt
In Deutschland kommt die neue Optik jedoch weit weniger gut an, als im VISA-Heimatland:
Entschieden sich noch 1981 11386 Käufer für einen VISA, finden im Folgejahr rund fünfhundert
Fahrzeuge weniger einen Abnehmer in Deutschland.
Bei den Basismodellen Special und Club war der Einbruch dabei am deutlichsten. Die Verkäufe
fallen hier fast um die Hälfte. Lag das möglicherweise an dem von der heimischen Presse
verbreiteten Image einer "grossen Ente"? Liebten also gerade die Käufer der Basisversionen
das etwas verschrobene Ambiente des VISA? Es wird mit Gewissheit nicht mehr festzustellen
sein.
In der Presse bekommt die überarbeitete Version trotz rückläufiger Nachfrage damals fast
ausnahmslos gute Kritiken. Selbst die Verarbeitung und Rostresistenz - zeitweise zur
Citroën-Untugend hochgeschrieben - wird in hohen Tönen gelobt.

Monobloc-Rückleuchten im VISA II

Zunächst unverändert: Interieur des VISA II
Trotz der mäßigen deutschen Verkaufssituation 1982 prosperiert die VISA-Modellfamillie.
Im Januar 1982 gelangt sozusagen als abgespeckte Version eine VISA II ENTREPRISE
genannte Lieferwagenvariante in den Verkauf. Bei diesem Fahrzeug handelt es sich um ein
Modell mit verschweissten hinteren Türen und einem ebenen Laderaumboden. Erhältlich ist
das bei Gruau umgebaute Modell sowohl als Zwei-, wie auch als Vierzylinder.
Insgesamt werden bis 1988 vom VISA ENTREPRISE 31.782 Exemplare hergestellt, ein
Achtungserfolg, der wohl vor allem mit der um zwei Dritteln gesenkten Mehrwertsteuer für
Lieferwagen in Frankreich zu tun hat. In Deutschland wird der ENTREPRISE nicht angeboten.
Dafür aber das in jenem Jahr erstmals verkaufte vorläufige Spitzenmodell VISA GT. Mit 80PS
und einer Höchstgeschwindigkeit von 168 km/h löst er den SUPER X ab.
Mit Alufelgen und den obligatorischen Michelin-TRX-Reifen bewegt sich der VISA GT schon
verdächtig nah am Zeitgeist, der hierzulande vor allem von den beiden schnellen Teutonen
aus Bochum und Wolfsburg bedient wird.

Artenvielfalt in den achtziger Jahren
Zeitgleich mit dem sportlichen GT wird auch die Werbetrommel wieder richtig angekurbelt:
Citroën eröffnet in Zusammenarbeit mit Total und Michelin einen Rallye-Pokal: Am 14. März 1981
startet im südfranzösischen Garrigues der erste Lauf. Gefahren wird natürlich ausschließlich auf
Citroën VISA!

VISA beim ersten Rennen in Garrigues und Werbeplakat 1981.
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