Retro Classics Cologne: Gemischtes Doppel mit Hindernissen

Die Kölner Ausgabe der Stuttgarter Retro Classics fand am letzten Wochenende im November zum ersten Mal statt. Neben dem Handel mit Oldtimern und Zubehör stand auf der gemeinsam mit der Fine Arts Cologne stattfindenden Messe der Fahrzeugbau der Domstadt von Magirus Deutz bis Citroën und Ford im Fokus. Nur am Sonntag war es wohl ruhiger als von den Veranstaltern erwartet …
 
Von Jan Eggermann, Bilder: Archiv Garage 2CV
 
Das Konzept der neuen Retro Classics Cologne scheint aufgegangen zu sein, denn die im Doppel mit der Kunstmesse Fine Arts stattfindende Retro Classics bot am letzten Novemberwochenende eine interessante Mischung. Freunde schöner Künste und Liebhaber klassischer Automobile fanden hier in Sichtweite von Rhein, Kölner Dom und Hohenzollernbrücke ein lohnendes Ausflugsziel um dem trüben Novemberwetter zu entgehen.
Vieles erinnerte an die Essener Techno Classica. Etliche Oldtimerhändler stellten mit ihren Fahrzeugen eindrucksvoll dar, dass klassische Fahrzeuge – vor allem natürlich britische, italienische und deutsche Sportwagen, aber auch Kleinwagen oder Volumenmodelle aus den Siebzigern oder Achtzigern – in Zeiten einer Nullzinspolitik zum beliebten Anlageobjekt geworden sind. Vergleichsweise schwach vertreten allerdings die Hersteller selbst. Abgesehen von Tesla und Microlino mit der Neuauflage der Isetta war einzig die seit 1929 in Köln produzierende Marke Ford war mit einem größeren Stand vertreten, auf dem etliche Ford-Clubs ihre Fahrzeuge präsentierten. Abgesehen von einer indirekten Präsentation am Stand des AVD, wo man erstmals einen Opel GT in Bezug zu Frankreich und PSA Peugeot Citroën setzte, fehlte allerdings die zweite Kölner Traditionsmarke Citroën, die immerhin seit 1929 ihren deutschen Sitz in der Stadt am Rhein hat. Und auch Peugeot – seit einigen Jahren mit Sitz in Köln – glänzte durch Abwesenheit. Es blieb also am Veteranen Fahrzeug Verband e.V. die Geschichte der Marke Citroën an ihrem deutschen Stammsitz zu präsentieren. Autor Immo Mikloweit hatte für eine entsprechende Ausstellung nebst einem Citroën 7 Front alias Traction Avant aus deutscher Präsentation gesorgt. Am Stand der Kölner waren auch etliche klassische Motorräder aus der Domstadt und ihrem Umland zu begutachten. Mathias Siebenhühner informierte über Unbekanntes zu den ab 1948 auf der Kölner Autobahn stattgefundenen Autorennen, Horst Nordmann hatte sich mit dem längst vergessenen Karosseriebetrieb Papler befasst.
 

 
Eine Etage tiefer und inmitten einer Sonderschau zum Thema Nutzfahrzeuge und Landmaschinen hatte auch die Traction Avant Interessengemeinschaft TAVIG einen Platz gefunden, nebenan ein Renault-Club. Und gegenüber als Blickfang am Stand eines Devotionalien-Händlers eines der wohl seltensten Fahrzeuge der Messe überhaupt: Ein Kleinlaster der Marke Manderbach mit Ford-Motorisierung. Apropos Händler: Aufgrund der Terminierung fiel der letzte Messetag ausgerechnet auf den in der Bundesrepublik Deutschland als stillen Feiertag geltenden Totensonntag. Das führte im Vorfeld der Messe zu einer Berichterstattung einer Kölner Tageszeitung, die aufgrund von Behördeninformationen zunächst von einer Schließung der Messe am Sonntag ausgegangen war. Am Ende kontroverser Diskussionen stand ein Kompromiss: Retro Classics und Fine Arts durften am Feiertag öffnen, allerdings bei offizieller Untersagung aller Verkaufsaktivitäten. Die meisten Händler nahmen es zwangsläufig gelassen, Sonntagsbesucher blieben der Messe aufgrund der Diskussionen im Vorfeld und sicherlich auch aufgrund des Feiertages ohnehin eher fern.
 
Dass das gemischte Doppel von Oldtimern und Kunst in einer Stadt wie Köln aber durchaus Potential hat, dürfte das Wochenende trotzdem eindrucksvoll bewiesen haben. Wohl kein Wunder, dass ausgerechnet ein Exemplar der als automobile Skulptur geltenden Citroën DS des Ausnahmekünstlers Flaminio Bertoni zu den ersten auf der Retro Classics Köln verkauften Fahrzeugen gehörte.
 


 
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