Selve-Ausstellung in Lüdenscheid präsentiert Lloyd-Prototyp

Ausstellung in Lüdenscheid präsentiert Lloyd-Prototyp

Selve-Ausstellung in Lüdenscheid erinnert auch an die Zusammenarbeit
mit der Bremer Borgward-Gruppe.


In kaum einem anderen Landstrich Deutschlands fand sich eine ähnliche hohe Konzentration von klein- und mittelständischen Betrieben der Automobilzuliefererbranche wie rund um die westfälische Stadt Lüdenscheid. Diesen Status verdankte die Region rund um die Bergstadt einer Fülle von metallverarbeitenden Betrieben, die sich schon früh in den Tälern des märkischen Sauerlandes ansiedelten. Bis zum heutigen Tage sind in Lüdenscheid bedeutende Automobilzulieferer ansässig.


Im Vordergund: Die in Vergessenheit geratene Marke Selve.

Das Lüdenscheider Stadtmuseum zeigt unter dem Titel „Triumpf der Luxusklasse“ zur Zeit eine Ausstellung, die sich primär mit dieser Tradition beschäftigt. Im Vordergrund steht dabei die durchaus beispielhafte Geschichte der längst vergangenen Automobilmarke Selve.

Das ortsansässige Unternehmen produzierte mit aus der Region zugelieferten Teilen bis zum Ende der zwanziger Jahre in Hameln Automobile. Nach Einstellung der relativ erfolglosen Fahrzeugproduktion (immerhin ein gutes Dutzend Selve-Fahrzeuge sind in Lüdenscheid ausgestellt!) war Selve als reiner Zulieferbetrieb tätig.


Borgward-Exponate im Museum der Stadt Lüdenscheid.

Daneben findet auch die weitere Entwicklung der Branche einen Platz in der sehenswerten Ausstellung: In den fünfziger Jahren produzierten Lüdenscheider Unternehmen auch für die Bremer Borgward-Werke. Neben Isabella-Schriftzügen oder Hupenknöpfen aus Plastik auch Stoßstangen und Zigarettenanzünder, für das Isabella-Coupé gleich die ganze „Klaviertastatur“. Auch die bekannten Anstecknadeln der drei Bremer Werke, sowie die 100.000 Kilometerplaketten stammten von hier (So war es vor ein paar Jahren noch möglich auf alten Original-Werkzeugen die Lloyd-Anstecknadeln produzieren zu lassen!).

Im Gegensatz zu vielen anderen Unternehmen hatte die Borgward-Gruppe schon damals höchste Qualitätsansprüche: Fiel ein einziges Teil durch die Qualitätsprüfung in Bremen, ging gleich die ganze Sendung wieder zurück ins Sauerland. Der Borgward-Konkurs im fernen Bremen hinterließ auch in Lüdenscheid Spuren: Noch heute wissen ältere Mitarbeiter der hiesigen Unternehmen von ganzen Lkw-Ladungen an Teilen zu berichten, die nach dem Zusammenbruch in Bremen nicht mehr angenommen und dann in Lüdenscheid schließlich wieder verschrottet wurden.

Wohl auch deshalb haben auch einige Exponate mit Borgward-Bezug Eingang in die noch bis Ende März 2005 laufende Ausstellung gefunden.


Übelacker-Modellstudie aus den späten fünfziger Jahren.

Interessantestestes Ausstellungsstück in Sachen Borgward ist dabei ohne Zweifel die von einer ehemaligen Borgward-Mitarbeiterin zur Verfügung gestellte Modellstudie aus den späten fünfziger Jahren. Entworfen und gebaut von Erich Übelacker (Borgward Angestellter) zeigt das Modell nicht nur Ähnlichkeiten mit dem „Borgward-Traumwagen“, sondern nimmt im Heckbereich bereits das spätere Erscheinungbild der Arabella vorweg.


Ähnlichkeit mit Arabella.

Nicht zuletzt aufgrund dieses ansonsten kaum noch einmal zu sehenden Modells sei allen Interessierten ein Besuch der Ausstellung bis Ende März 2005 dringend empfohlen.
Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie unter www.oldtimer-selve.de

Text und Bilder: Jan Eggermann

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Text und Bilder: Jan Eggermann

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