Les Citroën du monde: Werke in aller Welt

Wer wollte bestreiten, dass die heute international bekannte und vor allem erfolgreiche Marke Citroën eine und vielleicht sogar „die“ französische Automarke par excellence ist? Nicht nur in Frankreich, sondern vor allem im Ausland gelten Fahrzeuge mit Doppelwinkel als typischer und vielleicht unverwechselbarer Ausdruck französischen Automobilbaus. Es wäre müßig die vielen einzelnen Citroën-Modelle aufzuzählen, die außerhalb Frankreichs seit Jahrzehnten zum Ruf der Marke beigetragen haben. Das Citroën-Markenimage und der Erfolg im Ausland lassen sich ohnehin nicht nur über bestimmte Modelle erklären, denn bis heute orientiert sich der Automobilkonzern PSA Peugeot Citroën nicht nur am französischen Geschmack, sondern immer auch an den Erfordernissen und Befindlichkeiten nationaler Märkte.


Frühe Ente aus argentinischer Produktion.

Bereits Firmengründer André Citroën erkannte Mitte der zwanziger Jahre, dass zum dauerhaften Erfolg seines Unternehmens die Erschließung immer neuer Märkte von größter Bedeutung sein würde. Mit Fertigungs- und Zweigwerken in Großbritannien, Belgien und Italien, kurze Zeit später auch in Deutschland, legte er den Grundstein für eine internationale Ausbreitung der Marke. „Denn letztlich“ – so Citroën im Januar 1927 – „kommt ein Erfolg unserer Marke im Ausland immer auch unserer französischen Wirtschaft zu Gute!“

Alle späteren Eigentümer folgten der Auffassung André Citroëns. Es gab zwischenzeitlich unzählige kleine Montagewerke in vielen Ländern, die manchmal eine erstaunliche Eigenständigkeit in Bezug auf ihre Typen haben und hatten, so beispielsweise in Form der Citroneta aus Chile oder in jüngster Zeit der Elysée X aus China. Letztlich ist aber erst die heutige PSA Peugeot Citroën dabei, mit großen Investitionen in Asien, in Südamerika und Osteuropa, die Idee des Firmengründers in Reinkultur zu verwirklichen: Citroën als global operierende Marke.

Erstmals haben sich nun zwei Autoren – Gilles Colboc und Jean-Francois Ruchaud – den Aktivitäten der Marke im Ausland angenommen. Herausgekommen ist dabei ein beachtenswertes Werk in französischer Sprache, das für lange Zeit unerreicht bleiben dürfte: Les Citroën du monde! Auf 192 großformatigen und durchgehend farbig gestalteten Seiten liefern die beiden eine umfassende Darstellung aller außerhalb von Frankreich betriebenen Montage- oder Zweigwerke und stellen die dort produzierten Modelle vor.

Afrika macht dabei nicht nur aus alphabetischen Gründen den Anfang, denn seit den sechziger Jahren gab und gibt es hier viele Aktivitäten der Marke. Ob die 2CV Montagen in Benin, oder Madagaskar, die DS aus Südafrika, das recht glücklose FAF-Projekt auf 2CV-Basis in Zentralafrika, Guinea-Bissau und der Elfenbeinküste, oder auch die Fertigung der moderneren Typen in Marokko, Tunesien oder Ägypten: Colboc und Ruchaud liefern nicht nur informative Artikel zu jedem einzelnen Standort, sondern sie haben es auch geschafft, für ausnahmslos jede Fertigung die passenden Bilder zu finden! In Amerika setzt sich die lückenlose Abhandlung weiter fort: Ob die chilenische Citroneta, die argentinischen 3CVs und Amis, die späteren 2CV-Derivate von IES, der CXA aus den USA oder auch das neue PSA-Werk in Porto Real: Nichts vergessen die Autoren. Manchmal stört das ein oder andere „verpixelte“ Bild, doch die in der Mehrzahl herrlich seltenen Farbaufnahmen lassen kaum Platz für Kritik.


Ein waschechter Citroën aus Griechenland: Der Pony.

Auch Asien wird (fast) lückenlos abgearbeitet: Ob die Aktivitäten in China (mit Ausnahme des Wuling-Bootlegs), die Produktion im Iran (auch hier gibt es wieder äußerst seltene Fotos der einstigen Dyane-Produktion!), Vietnam, Taiwan und Kambodscha, bis hin zum Proton Tiara alias Citroën AX aus Malaysia. Mit fast einhundert Seiten bildet das abschließende „europäische“ Kapitel einen inhaltlichen Schwerpunkt. Wie bereits auf den vorangegangenen Seiten bestätigt sich das positive Bild der Veröffentlichung: Von Forest über Slough und Mailand nach Köln, von Vigo und Mangualde bis hin zu den Produktionen im einstigen Jugoslawien, Rumänien, Polen und Russland.

Von Jan Eggermann

Les Citroën du monde erhalten Sie hier: edition.garage2cv.de

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