Der neue Citroën E-MEHARI

Sommerliche Winterüberraschung bei Citroën: Schon bald kommt ein kleines Elektro-Cabrio mit Anleihen an den klassischen Méhari auf den Markt. Der Hersteller kooperiert dabei mit Bolloré, einem erfahrenen Produzenten für Elektroautomobile.
 
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Im kalten und feuchten Spätherbst mit sommerlichen Assoziationen zu arbeiten ist nicht die schlechteste Marketingidee. Und so präsentiert Citroën mit dem Elektromobil E-MEHARI kurz vor Weihnachten 2015 ein Fahrzeug, das an mediterane Urlaubsziele denken lässt und ganz sicher schon bald auch auf den Straßen mitteleuropäischer Städte zu sehen sein wird. Bei dem jetzt gezeigten E-MEHARI handelt es sich zweifellos um die automobile Überraschung des Jahres, zumal noch im Frühjahr aus Konzernkreisen zu hören war, dass auf absehbare Zeit wohl kein Citroën-Cabrio à la Pluriel oder DS 3 mehr auf den Markt kommen würde und offiziell auch der noch anläßlich der IAA im Oktober 2015 gezeigten Studie Citroën C4 Cactus M keinerlei Serienaussicht eingeräumt wurde.
 
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Optisch erinnert der jetzt vorgestellte Citroën E-MEHARI stark an die IAA-Studie, der große Unterschied liegt allerdings im Antrieb. Phasenweise galt Citroën schon seit langem als Vorreiter für Elektroautos und brachte bereits seit den achtziger Jahren Fahrzeuge wie C15, AX, Saxo oder Berlingo in Elektroversionen auf den Markt, doch zum echten Durchbruch kam es nie. Umso größer ist der nun bevorstehende innovative Schritt für Citroën, denn man kooperiert für den E-MEHARI mit Bolloré, ein Unternehmen das sich in den letzten Jahren eine anerkannte Expertise im Bereich von Batterientechnik und e-Mobilität erworben hat. So hat der Mischkonzern in Paris ein flächendeckendes Carsharing-System mit E-Autos installiert: In der französischen Hauptstadt rollen mittlerweile 3.000 Bollorés im Pininfarina-Design, die per Abo und stundenweise gemietet werden können. Unlängst hatte Citroën schon den Vertrieb und die Auftragsfertigung des dem E-MEHARI sehr ähnlichen „Bolloré Bluesummer“ übernommen und so den Standort Rennes-la-Janais mittel- bis langfristig gesichert. Auch der E-MEHARI soll jetzt im ursprünglich für den Ami 6 errichteten Werk produziert werden.
 
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An den Namensvetter erinnern beim E-MEHARI neben der praktischen und sommertauglichen Dachkonstruktion einige weitere Details: So wird es die moderne Interpretation ebenfalls in grüner und roter Färbung geben, denn wie beim historischen Vorbild besteht die Außenhaut auch 2016 wieder aus Kunststoff, der kleinere Stöße problemlos wegstecken kann. Wie beim 1968 vorgestellten Méhari kann man auch den modernen Enkel per Gartenschlauch säubern, innen und aussen versteht sich.
 
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Eine echte Innovation stellt allerdings der von Bolloré entwickelte Elektroantrieb mit „trockenen“ Lithium-Metall-Polymer-Batterien dar. Sie sollen besonders resistent gegen Schwankungen der Aussentemperaturen sein und im Stadtverkehr bei einer Spitzengeschwindigkeit von 110 km/h eine Autonomie von 200 Kilometern ermöglichen. Hier ist mit Blick auf die bereits heute machbaren Reichweiten durchaus noch Spielraum nach oben zu sehen, natürlich auch verglichen mit dem klassischen Benzin-Méhari, der seinen Namen bekanntlich den genügsamen Wüstendromedaren verdankt. Aufladbar sind die leeren Akkus im günstigsten Fall in 8 Stunden, etwa an den Stationen des französischen Autolib-Netzwerkes. Vermarktet werden soll der E-MEHARI bereits im Frühjahr 2016 über das französische Händlernetz. Derzeit ist von Preisen um die 24.000 EURO die Rede, in Frankreich abzüglich eines aktuell ca. 7.000 EURO betragenden Öko-Bonus. Wann und zu welchem Preis der Wagen in Deutschland, Österreich und der Schweiz vertrieben wird, steht zur Zeit noch nicht fest.
 
Text: Jan Eggermann / Fotos: Citroën
 

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