
Rallye 2CV Suisse 1954
Das erste 2CV-Treffen in der Schweiz
Es muss ein eindrucksvolles Bild gewesen sein, das sich am 26. September 1954 auf dem Bundesplatz am eidgenössischen Regierungssitz in Bern bot: In den Nachmittagsstunden rollten nach und nach 110 Citroën 2CV vor das Gebäude der Schweizer Bundesversammlung, immerhin gut zehn Prozent des damals überhaupt in der Schweiz zugelassenen Gesamtbestandes an 2CVs. Alle Döschwos waren Teilnehmer der ersten Rallye 2CV Suisse die zwei Tage zuvor im Ort Stans begann und über mehrere Etappen sternförmig auf Bern zulief. Wie der Name schon vermuten lässt, war die Fahrt durchaus sportlich motiviert, am Ende gab es mehrere Gewinner in unterschiedlichen Kategorien, etwa "Citroënangehörige" oder "Kunden".

Dieses Bild zeigt einige an einer Rallye teilnehmende Schweizer 2CV, versammelt vor dem Haus der helvetischen Konföderation in Bern. Die Schweizer sind Kenner. Im Winter sind ihre Strassen oft schwierig. Sie bevorzugen Qualität (den 2CV, Anm. der Red). Aus der zeitgenössischen Citroën-Publikation Around the world with the 2CV Citroën, entworfen von Théo Brugière für englischsprachige Märkte, wahrscheinlich vorrangig die Vereinigten Staaten.
Dass der 2CV dort bereits Anfang der Fünfziger Jahre einen grossen Verbreitungsgrad erreichte, mutet nur auf den ersten Blick sonderbar an, denn Citroën wählte die Schweiz als ersten internationalen Testmarkt für die Ente aus. Eine erfolgreiche und auch folgenschwere Entscheidung, denn der von Anfang an mit der Promotion für den kleinen Zweizylinder betraute Citroën-Mitarbeiter Karl Schori war vom neuen Produkt derart begeistert, dass er über Jahre hinweg immer neue Veranstaltungs- und Werbeformen erfand, unter anderem auch das Treffen in Bern 1954.

Ich bin besser als Du denkst - Citroën 2PS. Der erste Werbeslogan vom Herbst 1952.
Karl Schori - heute gerne auch Monsieur 2CV Suisse genannt - liess es nicht dabei bewenden, den 2CV einfach nur zu verkaufen (Alle Päss' mit 2PS), denn schon bald nach seinem Eintritt im Unternehmen setzte er sich vor allem dafür ein, den Döschwo eigens für den Schweizer Markt besser auszustatten. Zwar konnte die französische Produktion derlei Sonderwünschen nicht Folge leisten, dafür kamen aber fortan erheblich besser ausgestattete 2CV von den drei Bändern des belgischen Montagewerkes in Forest. Übrigens nicht nur in die Schweiz, denn die "luxuriösen" AZ-L fanden schnell auch auf anderen Exportmärkten Anklang, so etwa in den Niederlanden, den Vereinigten Staaten und ab 1958 auch in der Bundesrepublik Deutschland.
Im Herbst 1987 stoppte ein vergleichsweise rigides Importverbot den Verkauf neuer 2CVs in der Schweiz, doch noch immer findet sich dort eine lebendige Döschwoszene. Unlängst traf man sich in Dübendorf nahe Zürich zum vierzigsten Jahrestreffen der Schweizer 2CV-Freunde, wo auch Karl Schori wieder zu sehen war: Auch nach seinem Ausscheiden bei Citroën in den späten Sechziger Jahren blieb er dem Döschwo treu und nennt noch heute ein Exemplar sein Eigen.
Text: Jan Eggermann
Bilder: Archiv garage2cv.de
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