Citroën VISA: Mit oder ohne Hut?

Citroën VISA
Mit oder ohne Hut gefällig ? Das Modelljahr 1984

Das Modelljahr 1984 – genauer gesagt die Zeit nach den französischen Sommerferien 1983 – wird das Jahr der VISA-Neuheiten, nicht weniger als drei Abarten werden vorgestellt! Am interessantesten dabei die in Frankreich VISA DECAPOTABLE genannte Cabrioversion. Bei Heuliez kreiert und endmontiert handelt es sich bei dem hierzulande als PLEIN AIR bezeichneten Wagen um eine klassische Cabrio-Limousine à la 2CV auf Basis des VISA 11 RE, dauerhaft nicht ganz so rostresistent wie die Normalversionen, dafür aber damals eine preiswerte und vor allem charaktervolle Alternative zum voll im Trend liegenden Golf Cabriolet.

VISA-Werbung 1984. VISA DECAPOTABLE 1984
Citroën VISA zerzaust : Dieser Werbespruch gilt vor allem für die Cabrio-Version. Citroën hat mit VISA Plein Air und 2CV 1984 gleich zwei Vertreter der selten gewordenen Art der Cabriolimousinen im Angebot.

Bei allen Modellen der Baureihe entfallen 1984 die umstrittenen Satelliten, die durch ein kompaktes und solide wirkendes Armaturenbrett ersetzt werden. Auch bei dessen Planung standen ergonomische Aspekte im Vordergrund, an die Bequemlichkeit der ersten Version reicht das umgestaltete neue Armaturenbrett aber nicht mehr heran.


Das 84er Armaturenbrett bleibt nahezu in allen VISA-Varianten bis 2005 erhalten. Bild: Citroën/Archiv garage2cv.de.

Zweites neues Modell 1984: Der VISA DIESEL, für Citroën in dieser Klasse ein Novum. Übernommen ist der Motor aus dem brandneuen „Schwestermodell“ Peugeot 205. Eine richtige Entscheidung, denn die Peugeot-Maschine ist zur damaligen Zeit für ungewöhnliche Leistungsstärke und geringe Verbrauchswerte bekannt und unerreicht. So klassifiziert Auto, Motor und Sport 1983, dass dieser Selbstzünder vor allem durch seine Sparsamkeit und seine gleichermaßen kultivierte wie kraftvolle Leistungsentwicklung zu gefallen vermag. Eine dritte Motorvariante kommt 1984 mit einer GTI-Version ins Spiel, mit 110 PS Leistung für damailige Verhältnisse ein echtes Geschoss, dass bis heute eine Handvoll Liebhaber findet.

Als dritte Karosserievariante des VISA erscheint am 6. Oktober 1984 beginnt Citroën der C15 als designerter Nachfolger für das auf der einstigen Kastenente basierende Modell Citroën Acadiane, wobei das C für Caminonette und die 15 für das mögliche Gesamtgewicht des Fahrzeuges steht. Mit dem VISA völlig gemein hat er die Vorderpartie bis zur B-Säule. Der hintere Teil der Karosse besteht – ähnlich wie schon bei den Vorgängern  –  aus einem einfachen Blechaufbau mit grosser Heckklappe oder – als Option – mit zwei Flügeltüren. Motorisiert ist der C15 am Beginn seiner Karriere zunächst mit einem 1124 ccm-Benzinmotor  (48 PS) und dem 1769 ccm-Dieselmotor (60 PS)  – beide aus dem Peugeot-Regal. Auf die Boxermotoren greift man nicht mehr zurück – in einigen europäischen Ländern ist jedoch eine 1-Liter Version zu haben.


Erfolgreiche Visa-Abart: Der C15. Bild Citroën/Archiv garage2cv.de

Mit dem C15 begründet Citroën zunächst vorrangig in südeuropäischen Ländern erfolgreich ein neues Marktsegment im Bereich leichter Nutzfahrzeuge. Denn dass auch Kleinlieferwagen durchaus Fahrkomfort haben durften, hatte Citroën schon mit Generationen von Kastenenten bewiesen. Und nun kam mit dem C15 eine noch näher am Fahrkomfort herkömmlicher Personenwagen liegende Lieferwagenversion in die Citroën-Kataloge. Rückblickend betrachtet handelt es sich bei dem C15 wohl um die wichtigste Citroën-Neuerscheinung des Jahre 1984, und das nicht nur auf die VISA-Reihe bezogen. Denn der (VISA-) C15 bleibt von nun an ganze 21 Jahre im Programm, erst im Dezember 2005 läuft in Vigo das letzte Exemplar vom Fertigungsband.

Von Jan Eggermann, 2003

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