Citroën VISA: Farbenspiele 86 und ein Ende bis 2005

1986 stellt Citroën sein visuelles Markenimage von den …

Im Jahre 1986 – der VISA-Nachfolger AX wird gerade vorgestellt – ist die VISA-Reihe schon ein Auslaufmodell. Nun rächt sich, dass der VISA seinerzeit nicht kompromißlos eigenständig entwickelt worden ist. Denn war es bei Citroën nicht immer so gewesen, dass gerade den erfolgreichen Autos immer die kompromisslosesten Konzepte zu Grunde lagen? Und hatte der VISA zwar viel Zeitgeist, aber viel zu wenig avantgardistisches Flair mit auf den Weg bekommen?
Jedenfalls beschleunigt der modern konzipierte AX und zunächst vor allem die firmeninterne Konkurrenz durch den Peugeot 205 die Entwicklung, erstes Opfer ist der VISA Plein Air, der noch im gleichen Jahr aus den Preislisten verschwindet.

… seit Jahrzehnten verwendeten Firmenfarben blau und gelb (auch das Grundmotiv von garage2cv.de) …

Beendet ist die Karriere des VISA irgendwann im Laufe des Jahre 1988. Sang und klanglos ist nach zehn Jahren und 1.254.390 Exemplaren Schluß, ganz am Ende gibt es ihn nur noch in einer Motorvariante als VISA 17 RD mit Dieselmotor, der damals noch von einer zeitweisen Steuerbefreiung profitiert. Verglichen mit anderen Klassikern der Citroën-Geschichte – und rein bezogen auf die Stückzahlen – ist der VISA den an ihn gestellten Ansprüchen sicher nicht gerecht worden.

… auf rot und weiß um. Natürlich gilt das auch für die VISA- …

Als Grenzgänger zwischen der alten und neuen Citroën-Zeit hat das Modell jedoch einen ungleich schwereren Start als alle anderen Modelle vorher und nachher gehabt, denn wie kein anderes Modell steht der VISA für den Versuch, Peugeot-Technik in möglichst Citroën-spezifische Formensprache zu interpretieren. Und das ist seinen Schöpfern durchaus gelungen.

… Axel oder C15-Kataloge des Modelljahres 1986. Bilder: Archiv garage2cv.de

Und das der VISA vielleicht doch noch ein wenig besser ist, als es sein Ruf war, bewiesen bis Ende 2005 tagtäglich seine Käufer.

Denn während die PKW-Variante schon seit vielen Jahren nicht mehr zu haben war, gab es den C15 auf einigen Märkten (Frankreich, Spanien, Ungarn, Costa Rica, Chile, Italien) bis Anfang 2006 als Neufahrzeug zu kaufen, und das gleich noch in mehreren Karosserievarianten. Bis zur Einstellung der Produktion im spanischen Vigo Anfang Dezember 2005 brachte es die VISA-Fourgonette immerhin auf eine Gesamtstückzahl von 1.181.471 Exemplaren.

Letzter Auftritt: Im Gesamtkatalog 1988 ganz hinten! Bilder: Archiv garage2cv.de

In der Typengeschichte des Konzerns nimmt der C15 deshalb eine wichtige Stellung ein, denn mit einer Bauzeit von 21 Jahren (rechnet man den VISA hinzu sogar 28 Jahre) ist er eines der am längsten produzierten Citroën-Modelle. Wie der VISA steht auch er augenfällig für die Vereinheitlichung der Konzerntechnik.

Andererseits umweht ihn noch ein Hauch verschrobenen Citroëndesigns aus vergangenen Zeiten. Und wenn man seine Motorhaube öffnet und die alten Plastikkästen mit den Glassicherungen aus der Ente sieht, dann weiß man als Citroënist: Hier ist man richtig!

von Jan Eggermann

 

 

 

Stückzahlen und Produktionszeiten:

VISA: 1.222.608 Exemplare zzgl. 31782 Entreprise-Versionen (1978 – 1988)
C15: 1.181.471 (1984 – 2005)

Sonderserien (Stückzahlen)

1979  Carte Noire  (2500)
1980  Sextant  (2000)
1981  Chrono   (1000)
1982  West End  (1000)
1983  Platine  (2000)
1983  Mille Pistes  (200)
1983  Tonic  (2000)
1984  Olympique  (3000)
1985 – 1987  Leader (11800)
1985  Challenger  (3500)
1993  C15 Spacelab  (?)

Gefertigt als VISA in Rennes-la-Janais, als C15 in Vigo mit Montagewerken in Marokko, Taiwan, Tunesien und Polen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*