Citroën Strasse 2014: Hydropneumatik im Fokus

logo der citroen-strasseIn wenigen Tagen ist es wieder soweit – die 26. Techno-Classica, Weltmesse für Oldtimer, Classic- & Prestige-Automobile, Motorsport, Motorräder, Ersatzteile, Restaurierung und Welt-Clubtreff, öffnet vom 26. bis 30. März 2014 ihre Pforten in Essen/Ruhr.

Auch in diesem Jahr wird die Citroën-Strasse, der Gemeinschaftsstand der grossen deutschen Citroën- und Panhard-Clubs, in der Halle 9.1, Stand 135 auf rund 400qm präsent sein. Das Thema in diesem Jahr befasst sich aus aktuellem Anlass mit der Hydropneumatik, über Fahrzeuggenerationen hinweg ein Alleinstellungsmerkmal von Citroën-Automobilen. Von Kennern geschätzt, eine technisch-innovative Meisterleistung. Blicken wir sechs Jahrzehnte zurück auf “60 Jahre Hydro-Culture“.

Inbesondere freut sich die Citroën-Strasse auf die Teilnahme von Robert Opron, den Meister der Formen der 60er und 70er Jahre bei Citroën, verantwortlich für den Citroën SM, den CX, den GS/GSA, der mit seiner Frau Geneviève Opron den Messestand besuchen wird. Erstmalig – und vermutlich auch einmalig in Deutschland – wird es möglich sein, den für Design verantwortlichen früheren Hauptabteilungsleiter der “Bureaux d’Etudes” neben “seinem” CX-Protoyp “Projet L” und den nachfolgenden Serienmodellen zu sehen.

Der bekannte Automobildesigner Robert Opron (Citroën Ami8, SM, GS und CX) hat seinen Besuch auf Europas größter Oldtimermesse angekündigt. Bild: Archiv garage 2cv

Der bekannte Automobildesigner Robert Opron (Citroën Ami8, SM, GS und CX) hat seinen Besuch auf Europas größter Oldtimermesse angekündigt. Bild: Archiv garage 2cv

Ferner erwartet die Citroën-Strasse ranghohen Besuch aus den Chefetagen in Paris – die Einladungen an das Top-Management bei PSA Citroën wurden bereits vor Wochen ausgesprochen.

Und noch ein weiteres Highlight wird es auf der Citroën-Strasse geben: Erstmalig wird der bekannte Comiczeichner Thierry Dubois auf Einladung der Amicale Citroën nach Essen kommen. Er wird seine neuen deutschsprachigen (und natürlich auch in französischem Original erhältlichen) Auto-Comics von “Salleck Productions” signieren!

Daneben bringt Citroën eigens zur Messe ein Sonderjournal namens „Epoche“ heraus, dem vorab folgende Textauszüge entnommen sind:

„Die Hydropneumatik war über Fahrzeuggenerationen hinweg ein Alleinstellungsmerkmal von CITROËN – von Kennern geschätzt, eine technisch-innovative Meisterleistung, die in diesem Jahr ihr 60-jähriges Jubiläum feiert.

Schwingende Massen als Herausforderung
Ein Rückblick in die frühen Jahrzehnte des Automobilbaus: Neben den klassischen Technologien zur Erhöhung des Komforts – wie der Einführung von Luftreifen, mechanischen Federn und Aufhängungen sowie Stoßdämpfern – stellt sich auch bei CITROËN die Frage, wie die Effizienz noch weiter verbessert werden kann. In puncto Komfort stellen schwingende Massen stets ein Problem dar. Die Vibrationen des Motors konnten durch das Patent des „Moteur flottant“ (schwebender Motor) erfolgreich minimiert werden.

Revolutionär: Gas anstelle von Torsion eines Metalls
Doch es bleibt die Frage: Wie viele Teile müssen bewegt werden, um eine optimale Federung und Dämpfung zu erzielen? Die CITROËN Ingenieure konzipieren einen neuen, revolutionären Ansatz. Statt auf Torsion eines Metalls wird auf Gas gesetzt, das es zu komprimieren gilt. Die Übertragung des Hebelwegs geschieht per Flüssigkeit anstelle der konventionellen Hebelmechaniken und bietet dadurch neue Möglichkeiten zur effizienten Nutzung des Motorraums. Das Rad überträgt die Unebenheiten der Fahrbahn über den Kolben eines Hydraulikzylinders auf die Flüssigkeit, die über Leitungen in einer Federkugel mündet und dort – durch eine Membran getrennt – Stickstoff zusammenpresst. Die Menge der von einer Hochdruckpumpe ins System beförderten Hydraulikflüssigkeit wird mit dem Höhenkorrektor, einem automatischen Regulierventil, bestimmt und pro Achse geregelt. Auch bei Beladung regelt der Korrektor den notwendigen Druckausgleich, damit stets die Idealhöhe der Karosserie erhalten bleibt. Im Bedarfsfall kann im Innenraum die Bodenfreiheit manuell verstellt werden.

CITROËN DS19 mit Hydropneumatik – ein Mythos in Sachen Komfort
Neben den ersten Prototypen-Tests wird die Technologie in größerer Stückzahl an der Hinterachse des CITROËN Traction Avant 6-Zylinder eingebaut, der als Modell „15-Six H“ von April 1954 bis Juni 1955 insgesamt 3.077 Mal verkauft und unter anderem als Staatslimousine von Präsident René Coty genutzt wird. Beim CITROËN DS19, der legendären „Göttin“, wird die Niveauregulierung zur „Zentralhydraulik“ mit Lenkunterstützung und einer Zweikreisbremsanlage mit lastabhängiger Hochdruckservounterstützung erweitert. Der Olymp des Komforts seiner Zeit ist erreicht, ein Mythos geboren. Der Philosoph Roland Barthes beschreibt die „Déesse“ als „Kathedrale der Neuzeit“: CITROËN ist der Konkurrenz um Welten entschwebt.

Mit der Hydropneumatik auch sehr sportlich unterwegs
Aber auch all diejenigen, die das sportliche Fahren bevorzugen, können von der Hydropneumatik profitieren. Der CITROËN SM stellt eindrucksvoll unter Beweis, dass Geschwindigkeiten von bis zu 230km/h mit dieser Technologie möglich sind. Etliche Siege und Top-Platzierungen bei Rallyes in den 60er und 70er Jahren unterstreichen die herausragende Leistungsfähigkeit. Im Laufe der Jahre wird die Technologie kontinuierlich verbessert und kommt in den Nachfolge-Modellen CITROËN CX, BX, M35, GS und GSA zum Einsatz. Selbst der CITROËN HY als Krankenwagen erhält zeitweise eine hydropneumatisch gefederte Hinterachse.

Jährlicher Mittelpunkt der Essener Citroën-Strasse: Das Café am "Quai André Citroën". Bild: Archiv garage 2cv

Jährlicher Mittelpunkt der Essener Citroën-Strasse: Das Café am „Quai André Citroën“, eine Reminiszenz an Firmengründer André Citroën. Bild: Archiv garage 2cv


Anbruch der digitalen Ära

Waren die Systeme zunächst rein analog ausgeführt, so bricht mit der Einführung des CITROËN XM die digitale Ära an: Mit der „Hydractive“-Technologie zieht die elektronische Steuerung ein. Dank der Auswertung der Sensoren für Geschwindigkeit, Lenkung, Gaspedal, Bremsdruck und Federweg wird sowohl eine komfortable, weiche als auch eine sportlich-straffe Federung erzielt. 1993 erhält der CITROËN Xantia die verbesserte zweite Generation des Hydractive-Fahrwerks mit dreifacher Rechenleistung – somit kann auch die Karosserieneigung in Kurven aktiv kompensiert werden.

Ideale Dämpfung, bis zu 400 Mal pro Sekunde ermittelt
Der CITROËN C5 ab März 2001 und der CITROËN C6, der von November 2005 bis Dezember 2012 produziert wird, sind die letzten Modelle mit Hydropneumatik. Der CITROËN C6 ermittelt und regelt in Echtzeit für jedes einzelne Rad bis zu 400 Mal pro Sekunde die ideale Dämpfung und gilt bereits heute als moderner Klassiker, zu dem es in Deutschland und international bereits eigene Clubs gibt.“

Von Stephan Joest, Amicale Citroën Deutschland 2014

Weitere Informationen gibt es auch auf der Seite der Amicale Citroën: www.amicale-citroen.de.

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