Buchtipp: Citroën Daten von 1919 bis heute

Die bislang letzte Ausgabe der offiziellen Werksbiografie: Citroën Daten von 1919 bis heute. Bild: Citroën / garage2cv

Dieses Buch ist nicht im regulären Buchhandel erhältlich, hat keine ISBN-Nummer, und um den Namen des Autors zu erfahren, muss man bis zur allerletzten Seite blättern. Die Rede ist von der bemerkenswerten Citroën-Publikation Daten von 1919 bis heute, die seit über zwanzig Jahren in unregelmäßigen Abständen von der Citroën-Communication in Paris herausgegeben wird, und die Geschichte des Unternehmens seit seiner Gründung – eben im Jahre 1919 – zum Inhalt hat. Handelte es sich bei den beiden deutschsprachigen Vorauflagen aus 1995 und 1998 noch um vergleichsweise schlichte Publikationen, haben sich die „Daten“ in neuester Fassung zu einem veritablen Buch von 150 Seiten entwickelt, dessen Titel eigentlich nicht mehr zum Inhalt passt. Denn hier geht es nicht mehr primär um einen kurzen Abriß der Firmengeschichte und die Darstellung von schlichten Produktionsziffern. Die „Daten“ neuesten Druckdatums stellen vielmehr ein echtes (und umfangreiches) Firmengeschichtsbuch dar, das auf dem „freien Markt“ seines Gleichen sucht.
Durchgängig in Farbe und bebildert mit Fotos aus dem Werksarchiv stellt Citroën (die Chefredaktion oblag aktuell Pierre Pinelli) seine Firmengeschichte recht umfassend vor. Die Darstellung erfolgt in insgesamt neun nach Jahrzehnten gegliederten Kapiteln (etwa 1919 – 1929 „Citroën für Europa“, 1950 – 1959 „Das Phänomen DS“ oder 1990 – 1990 „Nichts bewegt Sie wie ein Citroën“). Sehr eingängig ist dabei die weitere Unterteilung nach Jahren und entsprechenden Abschnitten „Zeitgeschichte, Unternehmen und Modelle“. Vor allem letzteres macht die Daten zu einem sehr interessanten, sehr lesbaren, einem sehr lebendigen Buch.
Trotz seiner Kompaktheit läßt es kaum grundsätzliche Fragen offen und auch im Detail liefert es manch wertvolle Information. Ich will an dieser Stelle keine Kritik um der Kritik willen formulieren, doch den Lesern muss klar sein, dass es sich hier um eine Firmenpublikation handelt, die die ein oder andere Werkslegende kolportiert, die zwischenzeitlich wiederlegt werden konnte.

Die übersetzungstechnischen Mängel mancher Vorauflagen sind vollständig behoben (das Original erscheint natürlich in französischer Sprache), das Buch befindet sich editorisch auf höchstem Niveau. Einziger formaler Kritikpunkt ist vielleicht noch die Ausführung als Paperback. Im Zeitalter erschwinglichen Buchdrucks ist diese Herstellungsform für kunden- und qualitätsorientierte Verlage kaum mehr vertretbar. Doch da es sich hier eben nicht um einen Verlag, sondern um ein Automobilunternehmen handelt, soll Nachsicht walten. Dies verbunden mit dem Wunsch eine spätere Auflage auch in haltbarer gebundener Form zu publizieren.

Von Jan Eggermann, 2008.

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