Aulnay-sous-Bois – Raus auf die grüne Wiese

 
Das Werk Aulnay-sous-Bois befindet sich 16 Kilometer nordöstlich von Paris und ersetzte bei seiner Eröffnung 1973/74 vor allem die einstige Produktion am Quai de Javel und ist heute gewissermaßen das Stammwerk der Automobiles Citroën, wenngleich ein Großteil der Citroën-Fahrzeuge heute bereits aus anderen Werken kommt.
Die berühmte DS war das erste – damals zu Testzwecken – in Aulnay produzierte Fahrzeug. Es folgten seit den siebziger Jahren die Typen CX, LN/A,  Visa, AX, ZX, Saxo, Xsara, C2 und C3 und seit 2009 der Citroën C3 II. Daneben war es bislang dank der Plattformstrategie auch möglich, hier Peugeot-Fahrzeuge herzustellen, neben den Typen 104, 205 kam zuletzt bis 2003 ein Teil der 106-Produktion aus Aulnay .
 
Das Werk belegt eine Fläche von 200 ha. Es hat ein eigenes Straßennetz von 21 und ein Schienennetz von 17 Kilometern. Die theoretische Produktionskapazität liegt bei 1.200 Fahrzeugen pro Tag, das Jahr mit der bislang höchsten Produktionsrate war 2003 mit 421.944 Fahrzeugen der Typen Saxo, C2 und C3. Seitdem sind die Zahlen allerdings Jahr für Jahr rückläufig, im Jahr 2011 verließen nur noch 135.700 Fahrzeuge das Werk. Von den ehemals reinen Citroën-Betrieben ist Aulnay nach Rennes-la-Janais das zweitgrößte Werk.
 
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Zwischenzeitlich ist der Standort zum einzigen unter Citroën-Regie eröffneten und heute noch produzierenden Werk der Marke im Pariser Umland geworden, denn sämtliche in den siebziger Jahren noch vorhandenen Werke (abgesehen von St.Ouen, wo keine Fahrzeuge montiert werden) sind nach dem Ende am Quai de Javel, Levallois und Asnières geschlossen. Das ebenfalls in der Region Paris liegende und ungleich bedeutendere Werk Poissy kam erst nach der Fusion mit Peugeot von Simca/Talbot zum PSA-Konzern.
 
Ob in Aulnay-sous-Bois auch zukünftig noch Automobile produziert werden ist zum jetzigen Zeitpunkt mehr als fraglich, denn kurz nach den französischen Präsidentschaftwahlen kündigte der PSA-Konzern am 12. Juli 2012 an, den Standort Anfang 2014, spätestens aber 2015 zu schließen. Ob ein daraufhin von der französischen Regierung angekündigtes Förderprogramm für Hybrid- und Elektrofahrzeuge die Schließung des Werkes noch aufhalten kann, scheint allerdings zweifelhaft.
 
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Bereits 1974 war das Werk hochautomatisiert: Grundvoraussetzung für modernen Automobilbau. Bilder: Citroën Communication / Archiv garage2cv.de

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