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Citroën ami 6
Skuriles Blechkleid: Die Karosserie

Nein, ein Auto für die Ewigkeit war der ami 6 von Anfang an nicht. Denn ganz im Gegensatz zu seiner robusten Technik stand die korrosionsanfällige Karosserie. Was in Frankreich durchaus keine große Rolle spielte, führte bei den wenigen nach Deutschland exportierten Fahrzeugen binnen kürzester Zeit zum Knock-out durch Rost. Kaum ein deutsches Exemplar rettete sich in die frühen Siebziger Jahre, Gespräche mit einstigen ami 6-Besitzern arten regelmäßig in korrosionsbelastete Leidensgeschichten aus. Aber seien wir ehrlich: Welches Auto war in den Sechziger Jahren überhaupt dauerhaft rostresistent?
Das heutige ami6-Angebot besteht deshalb fast ausnahmslos aus Frankreichimporten, originale in Deutschland zugelassene Fahrzeuge sind sehr selten.

So modern das ami6-Werk in Rennes-la-Janais auch war: Rostschutz blieb lange Zeit ein Fremdwort. Foto: Archiv garage2cv.de
Ein Hauptaugenmerk sollten Sie bei ihrer ins Auge gefassten Neuerwerbung vor allem auf die Karosserie werfen. Steht der ami 6 dann tatsächlich vor ihrer Haustür widmen Sie den angesprochenen Punkten am besten unverzüglich eine umfassende Korrosionsvorsorge. Ihr ami 6 wird es Ihnen danken und kommt Ihnen dabei mit seinen kinderleicht demontierbaren Karosserieteilen entgegen!
Abgesehen vom Dach, das aus Polyester besteht, und den - je nach Version umfangreichen - Aluminium-Applikationen ist jedes einzelne Bauteil des ami6 korrosionsgefährdet.
Einen ersten sorgfältigen Blick sollten Sie auf den unteren Scheibenrahmen werfen. Wie an vielen anderen Stellen des Aufbaus besteht hier das Problem nicht ablüftender Feuchtigkeit in Verbindung mit doppelten Blechen. Bei den meisten Exemplaren finden sich an dieser Stelle Spuren kleinerer oder größerer Durchrostungen, vielfach mit Spachtel kaschiert. Ist der ami 6 an dieser Stelle gesund, ist das ein erster wichtiger Pluspunkt. Die Stelle ist übrigens nach Abbau der Innenverkleidung wunderbar gegen künftige Schäden zu schützen!

Die unteren Bereiche von Kotflügeln und Türen verdienen aufmerksame Beachtung! Foto: Wolf Eggers
An der Frontschürze, den vorderen Kotflügeln und der Motorhaube sind gravierende Rostschäden selten. Allenfalls gammelt die hintere Kante der Motorhaube. Bei den hinteren Kotflügeln ist demgegenüber Vorsicht geboten: Die Flanke ist mit dem runden Eckstück verschweißt, was sehr oft entsprechende Schäden verursacht. Die dünnen Stärken sämtlicher Blechteile fordern auch an den Unterkanten der Kotflügel ihren Tribut: Zumeist sind hier bereits mehr oder weniger professionelle Reparaturen unternommen worden! Finden sich hier Schäden, ist eine Reparatur aufwendig. Neuwertiger oder zumindest guter Ersatz für die hinteren Kotflügel (das gilt für alle Blechteile) ist sehr schwer zu bekommen. Ein geduldiger Blick in einschlägige Internetbörsen ist hilfreich, auch kann die niederländische Ami Vereniging Hilfestellung leisten. Das zu den Kotflügeln gesagte gilt in besonderem Maße auch für die unteren Bereiche der Türen.
Der eigentliche Aufbau ist beim ami 6 ähnlich wie bei der Ente mit dem Plattformrahmen verschraubt. Wie auch beim 2CV sind die Bodenbleche, Schweller, und die hinteren Kofferraumstehwände sehr rostanfällig, eine aufmerksame Prüfung erspart Ihnen nachträglichen Ärger in Form umfangreicher und kaum mittels Reparaturblechen zu bewältigenden Schweißarbeiten. Lohnenswert ist auch ein Blick auf die Innenkotflügel und den Übergang von Aufbau zum Rahmen.
Das Chassis ist demjenigen der Ente sehr ähnlich, das in unserer 2CV-Kaufberatung gesagte gilt entsprechend auch für den ami 6.

ami6 im herrlichen Originalzustand. Foto: Wolf Eggers
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