30 Jahre 2CV-Rennen in Spa-Francorchamps

 
teaser 2cv rennen in spa francorchampsSpa-Francorchamps/Belgien. Zweiter Samstagnachmittag im Oktober 2014, kurz vor 17 Uhr. Temperatur 16 Grad, kein Regen. Beste Voraussetzungen für die 30. Ausgabe des 24 Stundenrennen für Citroën 2CV. Gerade haben 60 der individuell umgebauten Rennwagen Aufstellung vor der alten Boxengasse oberhalb der berühmten Eau Rouge von Francorchamps genommen. Die bekannteste Kurve der etwas über 7 Kilometer langen Rennstrecke verdankt ihren Namen einem rötlich schimmernden, eisenhaltigen Flüsschen gleichen Namens, das noch immer die Strecke kreuzt, zwischenzeitlich aber mit viel Beton Formel-1-tauglich gegossen wurde.

 

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Die Tribünen gegenüber der alten Boxengasse der 1921 erstmals befahrenen Rennstrecke sind gut mit Zuschauern besetzt. Von hier hat man das illustre Starterfeld gut im Blick: Die fünf Dutzend quer zur Fahrtrichtung stehenden 2CV lassen augenblicklich einen Le Mans-Start mit zu den Fahrzeugen stürmenden Fahrern erwarten. Doch als die letzten Zivilisten per Trillerpfeife von der Piste geholt sind, sitzen leider alle Pilotinnen und Piloten schon in ihren Rennmaschinchen. Motoren laufen, ab und zu knattert einer noch etwas lauter als die anderen. Dann geht alles schnell: Die grüne Kommandoflagge wirbelt durch die Luft und wie am Schnürrchen fließt das gesamte 2CV-Starterfeld die Rennstrecke in Richtung Eau rouge hinab.

 

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Nach einer Aufwärmrunde stehen alle 2CV Minuten später an der etwas oberhalb gelegenen Start/Zielanlage, von der aus einst auch alle Grand Prix-Rennen gestartet wurden, und die so etwas wie ein visuelles Erkennungszeichen der Rennbahn ist. Das erste und einzige 24 Stundenrennen für 2CV hat in Spa-Francorchamps seit den Achtzigern seinen traditionellen Austragungsort gefunden. Damals verlief das Rennen noch nicht über die gesamte Rennstrecke, sondern nur im oberen Malmedy-Teil, dasallerdings unter Einbeziehung schmaler Wirtschaftswege am Rande der Piste. Seit Anfang der Neunziger wird die heute 7 Kilometer lange Gesamtstrecke befahren und das in gleich mehreren Kategorien. Relativ neu die Gruppe der Hybriden mit umgebauten BMW-Motorradboxern. Sie machen in diesem Jahr mit 35 Fahrzeugen bereits einen Großteil des Teilnehmerfeldes aus. Daneben neun Prototypen mit modifizierten Citroën-Boxern, drei Ameliorée  mit nur leicht veränderten Motoren, zwei Experimentals, sowie die sicher beliebtesten Teilnehmer im Feld – die Serie – mit sechs teilnehmenden Teams, darunter Oui Oui-Deuche und die fast schon prominenten FG-Racin Girls mit Startnummer 67. Ebenfalls am Start vier 2CV aus der UK-Wertung. Für Minuten stehen alle 2CV in Startposition. Auf Pole-Position die Nummern 44 und 17, die sich im Qualifying mit Rundenzeiten von 3:23.086 (124,156 km/h) bzw. 3:23:423 (123,951 km/h) die Spitzenpositionen erkämpft hatten. Ganz hinten die sechs Serienmäßigen mit Rundenzeiten zwischen 4:29.938 (93,408 km/h) und 4:46.250 (88,085 km/h). Dann … das Lichtsignal gibt freie Fahrt ! Motoren knattern los und die dreißigsten 24-Stunden von Spa-Francorchamps haben begonnen !

 

Jedes Team im 2CV Cup verfügt über drei Fahrerinnen oder Fahrer, die sich alle 2-3 Stunden abwechseln. Daneben sorgen jeweils mehrköpfige Teams für reibungslose technische Abläufe bei den unzähligen Boxenstopps. Meist sind den Wartungsboxen ganze Wagenburgen mit Pavillions vorgelagert in denen es Getränke oder einfach nur ein warmes oder trockenes Plätzchen für die Teams gibt.
Rollt ein Fahrzeug in die Boxengasse entsteht geschäftiges Treiben. Sämtliche Abläufe wirken eingespielt. Tanken, Reifenwechsel, die Schnellreparatur an der Polyesterkarosse: Alles wirkt hundertfach einstudiert. Wer kein eingespieltes Team hinter sich weiß, verliert wertvolle Zeit und riskiert Strafpunkte, denn in der Boxengasse wird jeder Schritt beaufsichtigt. In der Abenddämmerung setzt für Stunden noch starker Regen ein, was das Rennen noch zusätzlich erschwert.

 

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Trotzdem erreichen am nächsten Tag fast alle gestarteten Fahrzeuge auch den Zieleinlauf um 17:02 Uhr. Die bereits auf Platz 1 gestartete 44 erreicht bei 237 gefahrenen Runden einen Gesamtdurchschnitt von 68.985 km/h, die schnellste Runde absolvierte der Hybrid mit stattlichen 124,697 km/h. Die schnellste Runde absolviert an diesem Wochenende mit 124,964 km/h die 17, die am Ende aufgrund einer Disqualifikation aber nur auf Plart 50 gewertet wird.

 

Von Jan Eggermann, Oktober 2014

 

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