1966: Es stand im Agent Citroën

Werkseigene Zeitschriften gibt es bei Citroën für unterschiedlichste Zielgruppen seit den zwanziger Jahren. So machte schon kurz nach Beginn der Automobilfertigung bei Citroën das fast schon legendäre Bulletin Citroën den Anfang für eine ganze Reihe von Zeitschriftenreihen. Das Bulletin stand ganz im Zeichen der Mitarbeiterinformation. Für die französische Kundschaft gab es Le Citroën, das als Supplement in großen Tageszeitschriften erschien. In den sechziger Jahren erschien dann in Frankreich die eigens für Händler produzierte Zeitschrift Agent Citroën, deren Nachfolgeblatt Double Chevron noch heute – übersetzt in viele Sprachen – erhältlich ist.

Am Anfang des Jahres 1966 bediente sich Agent Citroën damals modernster Technik: Die Grußbotschaft des damaligen Generaldirektors Pierre Bercot lag dem Heft als Schallplatte bei. Und stolz wies der Firmenchef verbunden mit den besten Wünschen für das neue Jahr darauf hin, dass in Frankreich damals unter drei verkauften Fahrzeugen ein Citroën war!


Die Eröffnung der Ausstellung „Citroën, Grafische Künste und Werbung“ fand am 27. Oktober 1965 * um 18 Uhr im Pariser Museum für Schöne Künste (Pavillion de Marsan, rue de Rivoli) unter Teinahme von M. Eugène Claudius-Petit, Präsident der Zentralen Union für Schöne Künste und Pierre Bercot, Generaldirektor der Société Citroën, statt. Mit Ausnahme der berühmten Plakate des Toulouse-Lautrec ist es ohne Zweifel das allererste Mal, dass Werbung ganz offiziell Eingang in das Museum fand. Dafür ist den Verantwortlichen des Museums der Schönen Künste ausdrücklich zu danken. Denn sie haben verstanden, dass die Werbung – quasi als Kunst der Massen – durchaus den gleichen Kriterien unterliegt wie künstlerische Kreationen.

Dass die Wahl auf Citroën gefallen ist, macht deutlich, dass die Marke seit vielen Jahren eine ganz eigene Werbesprache entwickelt hat, die es versteht, dem automobilen Sein in Form einer DS ein grafisches Äquivalent entgegenzustellen. Eine eigene Halle war übrigens dem 2CV vorbehalten. Man konnte ihn beispielsweise in einer nachgestellten Fotostudioszene sehen.

Der Generaldirektor spricht zu Ihnen

Verehrte Händler,

ich überbringe Ihnen diese Worte am Vorabend eines neuen Jahres, an jeden Einzelnen unter Ihnen die unsere grosse Marke repräsentieren, und die den permanenten und direkten Kontakt mit den Fahrern von Citroën-Fahrzeugen aufrechterhalten. Diesen Kontakt möchte der Automobilist immer und zu jeder Zeit haben. Vor einem Autokauf braucht er Rat. Wenn er sich dann entscheidet, entscheidet er sich, weil sein Gegenüber ihm durch seinen Rat bewiesen hat, ein Mann zu sein, dem man vertrauen kann. Sie haben es ihm bewiesen, indem Sie ihm ein Modell unseres Verkaufsprogrammes präsentierten, dass seinem Geschmack und seinen Ansprüchen am nächsten kam. Indem Sie es ihn testen ließen und in ihm viele Argumente an die Hand gaben, die ihn in seiner Entscheidung bestärkten.

Diesen Kontakt findet der Automobilist – wie Sie wissen – auch am Tag der Auslieferung , indem man ihm die notwendigen Ratschläge für ein gutes Funktionieren des Automobils mit auf den Weg gibt. Letztlich – während all der langen Kilometer die er zurücklegen wird – wird dieser Automobilist immer den Eindruck haben, dass er sich auf Sie verlassen kann wenn es notwendig ist. Sie sind derjenige, der auf sein Auto aufpassen wird. Auf jenes Auto, das immer mehr zum Teil des alltäglichen Lebens der Menschen wird. Dieser konstante Fortschritt wird durch Sie unterstützt, denn Sie repräsentieren – in Ihrer Region – die an erster Stelle befindliche Automobilmarke: Von drei in Frankreich verkauften Autos ist eines ein Citroën.

Citroën hat sich vorgenommen seine Positionen nochmals zu verbessern. Alle Abteilungen arbeiten auf dieses Ziel hin. Das Jahr 1965 hat die Modernisierung unserer Personenwagen gesehen, und die Einführung des neu gezeichneten Lastkraftwagenprogramms erlebt. Die Begrüßung durch unsere Kundschaft ist enthusiastisch.Wir sind vereint im Bestreben, die Früchte unserer Arbeit zu ernten. Ich wünsche Ihnen, dass 1966 ein Jahr der Aufschwungs für Ihre Unternehmen und ein glückliches Jahr für Sie persönlich und Ihre Familien wird.

Paul Bercot

Eine moderne Werkstatt

Une installation moderne.Im Jahre 1965 haben viele unter Ihnen Neubauten oder aber auch Verbesserungen ihrer Werkstätten vorgenommen, die Ihrem Rang als Vertreter des ersten Automobilkonstrukteurs des französischen Marktes entsprechen. So auch Monsieur Michel, Citroën-Händler in Nancy, der seine Geschäftsfläche von 750m² auf 1000m² erweitert (die Strassenfassade wuchs von 30 auf 42 Meter), seine Werkstatt umgebaut und eine Ausstellungshalle von 90m² geschaffen hat. Diese Arbeiten – begonnen im Mai 1965 und heute praktisch abgeschlossen – wurden weitgehend von Monsieur Michel und seiner Familie ausgeführt. Lediglich die Maurerarbeiten ließ er ausführen.

Atelier Accueil

Wenn auch Sie an die Modernisierung Ihrer Werkstatt denken, dann denken Sie an eine gute Werkzeugausstattung um damit einen verbesserten Service und damit eine verbesserte Rentabilität sicherzustellen. Denken Sie an Ihre Rezeption, an den Empfang Ihrer Kunden: Sauber, hell, Sitzgelegenheiten, Werbung. Das hat nichts mit Luxus zu tun.Denken Sie daran: Um ein Produkt zu verkaufen, muss man es zeigen. In einer Ausstellungshalle mit Fensterflächen so groß wie möglich.

Und denken Sie auch an ein gut sortiertes Ersatzteillager. In diesem Zusammenhang überlassen wir das Wort Monsieur Casier, unser Agent in Montreuil-sur-Mer, der uns sagte: „Ich versuche immer diejenigen Ersatzteile vorrätig zu haben, die für Reparaturen bis zu einem Tag notwendig sind. Für grössere Reparaturen nehme ich mir dann Zeit und beschaffe die Teile in der Niederlassung Boulogne. Das macht ungefähr 30000 FF aus.“

Hall

Regionale Herbsttagung 1965

Von allen Händlertagungen, die seit dem Pariser Salon stattgefunden haben, wollen wir diejenige die am Donnerstag den 4. November 1965 in Clermont-Ferrand stattfand, hervorheben. Die anwesenden Herren aus der Auvergne wurden vom Direktor der Citroën-Niederlassung empfangen, der ihnen nach der Begrüßung das Ziel der Tagung mitteilte. Alle Teilnehmer der Tagung konnten am eindrucksvollen Auftragseingang teilhaben (die Citroën´s verkaufen sich gut!). Monsieur Pic – Regionalinspektor – erläuterte anhand der Arbeit eines Regionalverkäufers unsere Ziele und Verkaufsmethoden. So konnte bei einer gemeinsamen Schulung unser 2CV mit Konkurrenzmodellen verglichen werden. Jeder hatte Gelegenheit seine Meinung zu sagen und sich so gut mit seinen Kollegen über seine Erfahrungen austauschen. Im Anschluß daran fand die Präsentation der neuen 2CV und Ami6-Kataloge statt, die in ihrer Qualität und Originalität unnachahmlich sind. Die Fahrzeuge wurden dann in natura vom Verkaufschef – Monsieur Aufrère – präsentiert. Im Anschluß daran wurde noch eine Schulung zum „Aktionsprogramm Kleinwagen“ durchgeführt, und jeder Teilnehmer konnte die Preise der Modelle 2CV und Ami6 mit Konkurrenzmodellen vergleichen. Nach einem anstrengenden aber doch konstruktiven Vormittag verbrachten die Teilnehmer noch ein paar gesellige Augenblicke, bevor jeder wieder seines Weges zog.

Stellen Sie die Uhr auf 1966

Während der Händlertagung in Clermont-Ferrand berichtete Monsieur Lauradour, dass er im letzten Oktober zwei außerordentliche 2CV-Verkäufe tätigen konnte, die es ohne den neuen Vorführwagen – ein 2CV-Modell 1966 – nicht gegeben hätte. Ihm bisher völlig unbekannte Kunden ohne eigenes Auto seien durch seine neue 2CV-Ausstellung angelockt worden. Sie seien sofort Käufer des Wagens geworden. Ohne die Ausstellung des Vorführwagens hätten sie niemals einen 2CV gekauft. Stellen Sie also die Uhr auf 1966. Sie als Citroën-Händler sollten also kein altes Modell mehr fahren.

Und um einen Neuwagen zu verkaufen sollten Sie auch darauf vorbereitet sein, einen Gebrauchten in Zahlung zu nehmen, ihn Instand zu setzen und ihn dann als Voiture d´Occasion weiter zu verkaufen.

Es ist in Ihrem Interesse: Zwei Verkäufe anstatt nur einem Verkauf. Zwei Kunden anstatt eines einzigen. Ihr Wagenpark ist es, der Ihre Geschäfte verdoppelt.

Übersetzung und begleitender Text von Jan Eggermann

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