2CV-Welttreffen: Mehr als 7.100 Enten in Salbris

 
In der beschaulichen zentralfranzösischen Sologne herrschte Ausnahmezustand: In der letzten Juliwoche 2011 rollten tausende Enten, Dyanen und Amis und mit ihnen zehntausende begeisterte Anhänger des 2CV zum 19iéme Rencontre mondiale des Amis de la 2CV nach Salbris.
 
Teilnehmer aus über 37 Nationen bewiesen zwei Stunden südlich von Paris eindrucksvoll, dass der 2CV weniger Automobil, sondern bis heute vor allem eine länder- und generationenübergreifende Lebenseinstellung ist. Bereits am ersten Tag war das 160 Hektar umfassende Areal des Treffens von kaum übersehbaren Massen von Fahrzeugen und Zelten bevölkert, wer nicht unter den ersten Anreisenden war, verteilte sich in die letzten verbliebenen Lücken oder wich kurzerhand in ein nahegelegenes Neubaugebiet aus. Kaum ein Teilnehmer wird jedes einzelne Fahrzeug gesehen haben, dazu war die Masse einfach zu gross, zumal auch ausserhalb des eigentlichen Treffens 2CVs den gesamten Landstrich der Sologne bevölkerten.
 
Bis Samstagabend waren 7.036 Fahrzeuge registriert, hinzurechnen muss man noch hunderte von 2CV die Tagesbesucher nach Salbris beförderten und nicht offiziell eingeschrieben waren. Die breite Berichterstattung in allen Kanälen des französischen Fernsehens liess überdies viele tausend Schaulustige anreisen, die vorzugsweise von den vielen Strassencafés aus dem Spektakel des zweiten Welttreffens im Mutterland des 2CV folgten.
 

 
Den Besuchern wurde ein überaus breites Rahmenprogramm präsentiert, angefangen vom Klettergarten, dem obligatorischen Teilemarkt, einem Flohmarkt für private Händler und Schnäppchenjäger, themenbezogene Fahrzeugausstellungen, ein überaus sehenswertes 2CV-Museum, 2CV-Cross auf einer nahegelegenen Kartbahn, Festzelte mit vielfältigen Programmpunkten vom „2CV-Auseinander und Zusammenbauwettbewerb“ bis hin zur abendlichen Soirée. Vereine aus Salbris übernahmen die Versorgung, ob Brochette frites, Cassoulet oder Froschschenkel: Jeder kam hier kulinarisch auf seine Kosten.
 

 
Einen reibungslosen Ablauf dieses grössten Treffens seiner Art garantierten rund 500 freiwillige Helfer, die unermüdlich ankommende Fahrzeuge abfertigten, einwiesen, Fragen beantworteten, oder in der angeschlossenen Werkstatt unermüdlich bei Tag und Nacht 2CV reparierten. Wem das Angebot jetzt noch nicht reichte, konnte ausgearbeitete Touren in die nähere und weitere Umgebung unternehmen oder einfach durch den 6.000-Einwohner-Ort Salbris spazieren, wo fast alle Läden mit 2CV-Devotionalien dekoriert waren und die Teilnehmer oft zu besonderen Kondtionen einkaufen konnten.
 

 
Für Salbris sei das Treffen ein grosses Ereignis und Vergnügen, so eine Vertreterin des örtlichen Einzelhandelsverbandes. Man fühle sich angesichts des Verkehrs zwar ein wenig wie in Paris, freue sich aber über die vielen tausend 2CV aus aller Herren Länder, die wie unlängst der Meteorit in der Bretagne vom Himmel gefallen seien: „2CV-Fahrer tun hier und heute mehr für Europa als viele Politiker. Kommen Sie wieder!“ so ihr Resumée. Bis wieder ein Welttreffen in Frankreich ausgetragen wird, dürften allerdings Jahre ins Land gehen, denn in zwei Jahren trifft man sich in Spanien, gefolgt von Polen.
Abgesehen vom wehmütigen Gedanken, dass der letzte reguläre 2CV vor immerhin 21 Jahren vom Band lief und bis heute ohne adäquaten Ersatz geblieben ist, zeigte die 19. Auflage des Weltententreffens einmal mehr, wie lebendig diese Lebenseinstellung namens 2CV im Jahre 2011 ist.
 
Text & Bilder: Jan Eggermann
 
Weitere Impressionen vom 19. Welttreffen für 2CV-Freunde in Salbris/Frankreich:
 
























































































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